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Basiskompetenzen- was Schülerinnen und Schüler bis Klasse 6 sicher können müssen

  • 31. Jan.
  • 2 Min. Lesezeit

Dieser Beitrag richtet sich an Lehrkräfte der Grundschule und der Sekundarstufe I

Viele mathematische Schwierigkeiten zeigen sich nicht sofort.

Im Gegenteil: Zahlreiche Schülerinnen und Schüler kommen scheinbar gut durch die ersten Schuljahre und geraten erst in Klasse 5 oder 6 deutlich ins Straucheln. Häufig wird dann von „fehlendem Üben“, „mangelnder Konzentration“ oder „Motivationsproblemen“ gesprochen.

Aus didaktischer Sicht liegt die Ursache jedoch oft tiefer: Basiskompetenzen im Bereich des Zahl- und Operationsverständnisses sind nicht ausreichend aufgebaut oder nur oberflächlich automatisiert.

Dieser Beitrag beleuchtet, welche mathematischen Basiskompetenzen bis Klasse 6 wirklich tragfähig entwickelt sein sollten, warum Defizite oft lange unentdeckt bleiben und worauf Lehrkräfte in der Praxis achten können.


Was sind mathematische Basiskompetenzen?

Basiskompetenzen sind grundlegende mathematische Vorstellungen und Fertigkeiten, die nicht isoliert stehen, sondern das Fundament für alles weitere Lernen bilden. Sie gehen weit über das reine Beherrschen von Rechenverfahren hinaus.


Dazu gehören unter anderem:

  • tragfähige Zahlvorstellungen (incl. Stellenwerte)

  • ein flexibler Umgang mit Zahlen und Größen

  • das Verstehen von Rechenoperationen

  • das Einordnen von Ergebnissen (Plausibilität)

  • das sichere Wechseln zwischen Darstellungsformen


Diese Kompetenzen entwickeln sich über mehrere Jahre hinweg und müssen immer wieder aufgegriffen, vernetzt und vertieft werden.


Warum Defizite oft erst in Klasse 5/6 sichtbar werden

In den Klassen 1–4 können viele Schülerinnen und Schüler fehlende Basiskompetenzen kompensieren:

  • durch Auswendiglernen

  • durch Zählstrategien

  • durch Nachahmen von Rechenwegen

  • durch stark strukturierte Aufgabenformate


Spätestens mit zunehmender Aufgabenkomplexität – etwa bei:

  • größeren Zahlenräumen

  • Brüchen

  • Textaufgaben

  • mehrschrittigen Problemstellungen

reichen diese Kompensationsstrategien jedoch nicht mehr aus.


Die Folge:

  • steigende Fehlerquoten

  • langsames Arbeiten

  • hohe kognitive Belastung

  • wachsende Unsicherheit


Nicht selten entsteht dann der Eindruck, mathematische Schwierigkeiten seien „plötzlich“ aufgetreten – obwohl sie fachlich betrachtet schon lange angelegt waren.


Zentrale Basiskompetenzen bis Klasse 6

Besonders bedeutsam sind bis zum Ende von Klasse 6 unter anderem:

  • Sicheres Zahlverständnis (Kardinal- und Ordinalzahlsaspekt incl. Stellenwertverständnis)

  • Operationsverständnis (Grundvorstellungen der Operationen kennen und anwenden können)

  • Flexibles Rechnen (vor allem Kopfrechnen und halbschriftliche Verfahren)

  • Plausibilitätsprüfung (Ergebnisse einschätzen können)

  • Verknüpfung von Darstellungsebenen (enaktiv – ikonisch – symbolisch)


Diese Kompetenzen lassen sich nicht „nachholen“, indem man nur Rechenverfahren trainiert. Sie benötigen Zeit, gezielte Aufgabenstellungen und bewusste Beobachtung.


Typische Hinweise auf fehlende Basiskompetenzen

Lehrkräfte berichten häufig von Beobachtungen wie:

  • starkes Festhalten an Zählstrategien

  • unsicheres Rechnen mit Stellenwerten

  • mangelnde Fähigkeit in Bündeln zu denken

  • Unsicherheit bei Zahlbeziehungen

  • fehlerfreies Rechnen nur bei bekannten Aufgabentypen

  • Überforderung bei leicht veränderten Aufgaben

Diese Hinweise sind wertvoll – sie zeigen nicht fehlende Anstrengung, sondern fehlende innere Vorstellungen.


Konsequenzen für Unterricht und Förderung

Für eine nachhaltige Förderung ist entscheidend:

  • Basiskompetenzen sichtbar zu machen

  • nicht nur Ergebnisse, sondern Denkwege zu betrachten

  • Aufgabenformate zu wählen, die Verstehen einfordern

  • mit sinnvollen Veranschaulichungen zu arbeiten

    (nicht jedes Material fördert jede Kompetenz)

  • Zeit für Reflexion und Austausch einzuplanen


Gerade im Übergang von Klasse 4 zu 5 kann ein bewusster Blick auf diese Grundlagen helfen, spätere Lernbarrieren zu vermeiden oder gezielt abzubauen.


Einordnung aus der Praxis

Aus der Arbeit im Unterricht, in Fortbildungen und bei der Entwicklung von Materialien zeigt sich immer wieder:


Je klarer die Basiskompetenzen diagnostisch erfasst und gezielt angesprochen werden, desto sicherer entwickeln sich mathematische Lernprozesse – auch in höheren Klassenstufen.


Hinweis: Zu diesem Themenfeld haben wir ein Arbeitsheft entwickelt, das gezielt die mathematischen Basiskompetenzen in den Klassen 5/6 in den Blick nimmt. Weitere Informationen finden sich – sofern vom Verlag freigegeben – auf der Website des Verlags.

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