Warum Arbeitsblätter allein nicht helfen
- vor 6 Tagen
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Was Kinder in Mathematik wirklich brauchen, um zu verstehen
Viele Eltern kennen diese Situation: Das eigene Kind hat Schwierigkeiten in Mathematik – also besorgen Sie Arbeitsblätter und zusätzliche Übungsaufgaben. Oft in der Hoffnung: Übung macht den Meister.
Und trotzdem stellt sich kein wirklicher Lernerfolg ein. Fehler bleiben, das Verständnis fehlt, die Motivation sinkt.
Das liegt nicht daran, dass Ihr Kind zu wenig übt. Sondern daran, dass Mathematik mehr braucht als Wiederholung.
Mehr Arbeitsblätter führen nicht automatisch zu besserem Verständnis
Arbeitsblätter haben im Mathematikunterricht durchaus ihre Berechtigung. Sie helfen dabei, Rechenwege zu festigen und Sicherheit zu gewinnen. Problematisch wird es jedoch, wenn Kinder, die etwas nicht verstanden haben, genau davon einfach mehr bekommen.
Denn: Wer nicht weiß, was er eigentlich rechnet und warum, wird durch zusätzliche Aufgaben nicht sicherer – sondern häufig unsicherer.
Viele Kinder lösen Aufgaben dann nach dem Prinzip:
„So haben wir es im Heft gemacht.“
„Das muss man so rechnen.“
„Ich rechne halt irgendwie.“
Kurzfristig kann das funktionieren. Nachhaltiges Verständnis entsteht so jedoch nicht. Stattdessen entsteht oft Frustration beim Kind.
Mathematik lernen heißt: Zusammenhänge verstehen
Mathematik ist keine Sammlung von Rechenregeln. Kinder müssen verstehen, wofür sie rechnen und was Zahlen bedeuten.
Ein Kind kann zum Beispiel Aufgaben wie 7 + 8 richtig lösen, ohne zu verstehen, dass hier Mengen zusammengelegt werden. Sobald sich die Aufgabe verändert – etwa als Textaufgabe oder mit größeren Zahlen – gerät dieses fragile Wissen ins Wanken.
Deshalb ist es entscheidend, Mathematik inhaltlich zu begreifen und nicht nur formal auszuführen.
Lernen gelingt, wenn Mathematik alltagsnah wird
Kinder lernen besonders nachhaltig, wenn Mathematik mit ihrer Lebenswirklichkeit verknüpft ist. Alltagsnahe Situationen helfen dabei, Zahlen und Rechenoperationen mit Bedeutung zu füllen.
Beispiele aus dem Alltag sind etwa:
Einkaufen mit einem festen Geldbetrag
Abmessen von Längen oder Mengen
Vergleichen von Portionen oder Strecken
Zählen, Ordnen und Strukturieren im Spiel
Solche Aufgaben zeigen Kindern:
Mathematik hat etwas mit meinem Leben zu tun.
Und genau hier beginnt echtes Verständnis.
Materialien helfen, Mathematik begreifbar zu machen
Neben alltagsnahen Aufgaben spielen Materialien zur Veranschaulichung eine zentrale Rolle. Würfel, Geld, Maßbänder oder andere Alltagsgegenstände machen Zahlen sichtbar und erfahrbar.
Ein Kind, das erlebt hat, dass:
zehn Einer einen Zehner bilden,
eine halbe Menge weniger ist als eine ganze,
Mengen aufzuteilen
entwickelt ein deutlich stabileres mathematisches Verständnis als ein Kind, das ausschließlich Kästchen ausfüllt.
Was Eltern konkret tun können, um ihr Kind zu fördern
Wenn Mathematik schwerfällt, hilft oft weniger Übung – aber mehr Verständnis:
Lassen Sie Ihr Kind erklären, wie es rechnet.
Fragen Sie nach: „Was bedeutet diese Aufgabe?“
Nutzen Sie Alltagssituationen zum Rechnen.
Arbeiten Sie mit Material statt nur mit Papier.
Geben Sie Zeit zum Nachdenken und Ausprobieren.
Mathematisches Verständnis wächst nicht unter Druck, sondern durch Sinn und Erfahrung.
Fazit: Verstehen kommt vor Üben
Arbeitsblätter allein lösen keine mathematischen Schwierigkeiten. Kinder brauchen Mathematik, die verständlich, anschaulich und lebensnah ist. Erst wenn sie verstehen, was sie rechnen, kann Übung wirklich wirken.
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