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Warum Kinder in Mathematik mit Material arbeiten

  • 31. Juli
  • 2 Min. Lesezeit

Wenn Rechnen nicht nur im Kopf stattfindet oder „Warum braucht mein Kind dafür Plättchen?“

Vielleicht haben Sie schon einmal gesehen, wie Ihr Kind mit Würfeln, Plättchen, Rechenstäben oder einem Zwanzigerfeld arbeitet.

Manche Eltern fragen sich dann:

  • Ist mein Kind nicht schon zu alt dafür?

  • Sollte es nicht langsam im Kopf rechnen?

  • Macht das Material das Rechnen nicht unnötig kompliziert?


Die Antwort lautet: Nein.

Denn mathematisches Verständnis entsteht nicht durch Auswendiglernen, sondern durch Verstehen.


Kinder müssen Mathematik zunächst „sehen“

Für Erwachsene ist die Zahl 8 selbstverständlich.

Für ein Kind ist die Zahl 8 zunächst nur ein Symbol.

Erst nach und nach versteht es:

  • dass 8 für eine Menge steht,

  • dass 8 aus 5 und 3 bestehen kann,

  • dass 8 größer als 7 und kleiner als 9 ist,

  • dass man mit 8 rechnen kann.

Veranschaulichungen helfen dabei, diese Zusammenhänge sichtbar zu machen.


Ein Beispiel: 8 + 7


Viele Kinder lernen irgendwann:

8 + 7 = 15

Doch verstehen sie auch, warum?

Mit Plättchen oder einem Zwanzigerfeld können Kinder erkennen:

  • 8 und 7 ergeben zusammen 15

  • 7 kann in 2 und 5 zerlegt werden

  • zuerst wird die 10 ergänzt

  • dann bleiben noch 5 übrig

So entsteht ein Verständnis für Rechenstrategien.


Veranschaulichungen sind wie ein Gerüst

Stellen Sie sich vor, Ihr Kind lernt Fahrradfahren.

Am Anfang helfen Stützräder oder die Hand eines Erwachsenen.

Später werden sie nicht mehr benötigt.

Mit mathematischen Materialien ist es ähnlich.

Sie sind kein Ziel, sondern eine Unterstützung auf dem Weg zum sicheren Rechnen.


Auswendiglernen reicht oft nicht

Manche Kinder können viele Aufgaben richtig lösen.

Trotzdem haben sie Schwierigkeiten, wenn Zahlen größer werden oder neue Aufgabentypen auftauchen.


Der Grund:

Sie kennen das Ergebnis, verstehen aber die Zusammenhänge nicht.

Veranschaulichungen helfen dabei, tragfähige Zahlvorstellungen aufzubauen.


Wie sich Veranschaulichungen entwickeln


Klasse 1–2

  • Plättchen oder Muggelsteine

  • Würfelbilder

  • Zehner- und Zwanzigerfeld


Klasse 3–4

  • Hunderterfeld

  • Stellenwertmaterial

  • Zahlenstrahl

  • Punktebilder


Klasse 5–6

  • Modelle für Brüche

  • Flächenmodelle

  • Diagramme

  • Tabellen


Auch ältere Kinder profitieren noch von Veranschaulichungen.


So können Sie Ihr Kind unterstützen

Eltern denken oft, dass Kinder möglichst schnell im Kopf rechnen sollten und Material nur für die "schwachen" Schüler gedacht ist. Das ist nicht richtig. Von gut gewähltem Material profitieren ALLE Schüler.

Motivieren Sie ihr Kind daher, Rechenwege mit Material auch zu zeigen.

Oft wird dabei sichtbar, ob Ihr Kind den mathematischen Zusammenhang verstanden hat.


Fazit

Veranschaulichungen sind keine Krücke für schwache Rechner.

Sie helfen Kindern, Mathematik wirklich zu verstehen.

Wer Zusammenhänge erkennt, kann später sicherer, flexibler und erfolgreicher rechnen – auch ohne Material.


Kostenloses Material für Eltern

Auf unserer Website finden Sie eine Übersicht, mit welchem Material Sie Ihr Kind zum Schulanfang unterstützen können und welches Material keinen Sinn macht.


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